Test-Video | Honda Forza 300 | Roller Test 2013

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Online seit: 21.05.2013

Testbericht

Honda Forza 300

Honda Forza 300

Der Forza 300 von Honda schafft den Spagat zwischen flink und bequem

Der Forza 300 von Honda schafft den Spagat zwischen flink und bequem












































































  














































 


Honda
Forza 300 – die goldene Mitte.


Die
stolzen Japaner besinnen sich immer öfter auf das günstigere
Baukastensystem, für den neuen Honda Forza 300 wird das agile Triebwerk
des Großradrollers SH300i verwendet – nicht unbedingt ein Nachteil!
   
Honda hat neben den
Motorrädern auch bei den Rollern ein sehr weit gefächertes Programm:
Nicht nur bei den kleinen Spuckerln wird vom wendigen und günstigen
Vision 110 bis zum luxuriösen S-Wing 125 jeder Wunsch erfüllt, auch die
hubraumstärkeren Modelle bieten eine ordentliche, fast vollständige
Vielfalt. Mit dem SH300i gibt es im Mittelfeld einen sehr fahraktiven
und akzeptabel motorisierten Flitzer, während im Luxussegment SW-T 400,
SW-T 600 und Integra mit viel Power und Komfort verwöhnen.



Der ultimative Midi-Roller.

Fast alles ist aber
immer noch zu wenig, dachten sich wohl die Marketing-Strategen und
bedienen nun mit dem neuen Forza 300 das mittlere Luxus-Segment genau
zwischen Mini und Maxi. Sozusagen ein Midi-Roller und genau genommen die
goldene Mitte. Wem nämlich ein 125er-Luxusroller zu schwach und ein
dicker 600er-Luxusschlitten nicht wendig genug ist, kann nun zum Forza
300 greifen.

Die Leistung reicht aus

Der moderne, reibungsoptimierte Einzylinder-Motor mit 297 Kubik Hubraum
ist ein alter Bekannter aus dem SH300i und wurde erst vor kurzem
generalüberholt. Nach wie vor beweist er eindrucksvoll, dass er zu
ausgesprochen sportlichen Leistungen im Stande ist. Der Forza 300 bringt
mit seinen 194 vollgetankten Kilos logischerweise um einiges mehr auf
die Waage als der sehnige SH300i, ist mit 24,5 PS bei 8250 Umdrehungen
und 25,7 Newtonmeter Drehmoment bei 6000 Touren aber immer noch
ausreichend motorisiert. Dementsprechend agil schraubt er sich bis knapp
100 km/h hinauf, darüber wird es etwas mühsamer, aber selbst für weitere
Autobahnetappen reicht die Kraft.




   


Entspannte Sitzposition und niedrige Sattelhöhe.

Dabei geht allerdings
wiederum ein besserer Windschutz ab, die Verkleidung selbst bietet zwar
schon den nötigen Schutz, die flache Scheibe kann aber den Fahrtwind
jenseits der 120 km/h nicht mehr ordentlich ableiten - der wendigere
Forza 300 soll sich wohl doch ein wenig durch kleine Einschränkungen vom
teureren SW-T 400 abgrenzen. Auch in Sachen Ergonomie bietet der Forza
herrlichen Luxus mit kleinen Abstrichen. Der Sattel ist gut und
komfortabel gepolstert, die Sitzposition ist entspannt und die niedrige
Sitzhöhe von nur 716 Millimetern erleichtert kleineren Piloten das
Rangieren. Große Fahrer stoßen hingegen mit den Knien an die vordere
Verkleidung und müssen die Beine wohl oder übel außerhalb der
Verkleidung führen, durch die angenehm ausgeformte Sitzmulde kann man
nicht weiter zurück rücken.

Überraschung beim Handschuhfach

Dafür bietet sich beim Stauraum die, für einen Luxusroller gewohnte
Kapazität. Der Kofferraum unter der Sitzbank ist zwar etwas seltsam
angeordnet, nach ein wenig tüfteln und ausprobieren, wie man zwei Helme
unterbringt, hat man aber schnell den Dreh heraus, dann passt im Bereich
unter dem Fahrer sogar ein Integralhelm. Noch interessanter sind die
Fächer im vorderen Verkleidungsbug, das rechte Fach ist ja noch
unauffällig und kann einige Utensilien wie Handy, Ausweis oder Geldbörse
aufnehmen. Beim linken Fach gibt es dann aber die große Überraschung:
Nachdem mein Arm bis zum Ellbogen darin verschwunden war und ich immer
noch nicht das Ende erreicht hatte, vermute ich, dass sogar ein
Eishockey-Schläger Platz finden würde – wahrer Luxus eben.




Der
Kofferraum ist im vorderen Bereich ungewohnt tief, schluckt dadurch aber
eine Menge Gepäck.
Die
Einscheibenbremse muss sich schon brav anstrengen, den Forza 300
ordentlich zu verzögern.


Beim Design gibt es keine Experimente, das beschert dem Forza eine
ansehnlich klare Linie.



Beim Fahrwerk wurde der Rotstift angesetzt.



Diesen Gedanken scheinen die Techniker
beim Fahrwerk fortgesetzt zu haben, die vordere Telegabel mit 35
Millimeter Durchmesser und die beiden Federbeine an der Antriebsschwinge
sind zwar in der Federbasis verstellbar und komfortabel abgestimmt, wie
es sich nun mal für einen Luxusroller gehört, die Abstimmung würde
allerdings noch etwas Feinabstimmung vertragen. Über Unebenheiten
holpert der Forza 300 ziemlich unbeholfen drüber, bei gröberen
Schlaglöchern beutelt es den Fahrer unschön durch - das können andere
Honda-Roller doch besser.


Komplette Armaturen wie im Auto

Bei den Armaturen gibt es wiederum nichts zu meckern, da wird mit
wunderschönen Rundinstrumenten das volle Programm aufgefahren: Der
analoge Tacho ist gut ablesbar, der Drehzahlmesser ist fast schon zu
schön und prominent (wer braucht auf einem Automatikroller einen
Drehzahlmesser?), die Tankanzeige ist genau und die restlichen
Warnlampen sind auch da, wo man sie vermutet. Wichtig für alle
i-Tüpferl-Reiter: Die Warnblinkanlage funktioniert auch bei
ausgeschalteter Zündung. Die Bremsanlage wirkt mit der
256-Millimeter-Einzelscheibe und der Zweikolbenzange an der Front zwar
nicht sonderlich üppig, verzögert den Forza 300 aber anständig. Die
Gefahr des Blockierens ergibt sich dabei zwar nicht, mit dem
serienmäßigen Combined-ABS ist man aber vor allem auf nasser Fahrbahn
sicherer unterwegs.


Der Motor
kommt vom Start weg gut in Fahrt und zieht bis rund 100 km/h flott an.
Darüber wird er etwas zäher.

EIne
herrliche Armaturenlandschaft mit übersichtlichen Instrumenten. Das
Display in der Mitte zeigt den Verbrauch an.


Die Gesamtperformance des Forza 300 ist durchaus gut, über das
serienmäßige ABS freut man sich vor allem bei Nässe und widrigen
Straßenverhältnissen..



Designnähe zum kleinen PCX

Auch beim Design wagt Honda keine großen Experimente, der Forza hat eine
unauffällige, elegante Linie, die vor allem durch die hochgezogenen
Blinker an der Front und die geschwungene Seitenlinie an den kleineren
PCX 125. Das mag für den Kenner ein Nachteil sein, immerhin ähnelt der
Forza dadurch einem "mickrigen" 125er-Roller. In Wahrheit sollte man
sich aber mit dem Forza freuen eher mit einem kleinen 125er-Roller
verwechselt zu werden, den man beim Ampelstart ganz locker stehen lässt
und nicht mit einem behäbigen Dickschiff.



Fazit

Der Forza 300 erfüllt die Anforderungen, die an einen Luxusroller
gestellt werden, nicht ganz fehlerfrei aber als praktischer Roller im
mittleren Segment insgesamt sehr gut. Am Fahrwerk etwa merkt man zwar,
dass die lästige Kostenkontrolle den Rotstift angesetzt hat, das
Gesamtpaket stimmt aber doch, denn der Forza 300 benimmt sich akzeptabel
wendig und der Motor bringt den Roller flott vorwärts ohne dabei
brummig, laut oder angestrengt zu wirken. Auch die praktischen Detail
wurden nicht stiefmütterlich behandelt, der Stauraum unter der Sitzbank
ist vielleicht nicht ganz optimal aufgeteilt, mit etwas Übung aber doch
gut nutzbar.

 


Interessante Links:

Text: 1000ps


Fotos:
Honda


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1000PS berichtet euch über den neuen Honda Forza 300 Roller.

Bericht nachlesen: http://www.1000ps.de/testbericht-2357329-Honda_Forza_300