Ducati Monster 1100 EVO | Test in den Alpen

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Online seit: 09.07.2013

Testbericht

Ducati Monster 1100

Ducati Monster 1100

Ducati erneuert alle Modellreihen radikal, die Monster 1100 Evo bleibt aber ihrer Linie treu.


Ducati erneuert alle Modellreihen radikal, die Monster 1100 Evo bleibt aber
ihrer Linie treu.





















































































































































Ducati Monster 1100

 




Ducati
Monster 1100 Evo 20th Anniversary – ewige Schönheit.



Ducati
spendiert der Monster-Reihe zum 20-jährigen Bestehen eine Monster 1100
Evo 20th Anniversary, die mit ihrem gold lackierten Rahmen und den
Retro-Schriftzügen an das erste Modell erinnert. Denn rein von der Form
her hat sich gegenüber der Ur-Monster nicht allzu viel getan – und das
ist gut so!
 

Feste muss man feiern
wie sie fallen – wir nehmen diesen Rat gerne an und feiern gemeinsam mit
der Ducati Monster ihren 20. Geburtstag! Rein optisch hat sie sich ja
nicht allzu sehr verändert, was im Falle eines minimalistischen Naked
Bikes durchaus als Kompliment gesehen werden darf. Vor allem blieb sie
in zwei Jahrzehnten ihrer Linie immer treu, die typischen Stilelemente
wie der runde Scheinwerfer, der nach hinten abfallende Tank, der
Gitterrohrrahmen und das knackige Heck lassen eine Monster aus jedem
Blickwinkel sofort erkennen. Das Prinzip der reduzierten und ebenso
dynamischen Nackten wurde oft kopiert, aber ganz selten erreicht. Selbst
die Streetfighter-Konkurrenz aus den eigenen Reihen, die selbstbewusst
den Namen dieser ganzen Motorradgattung an sich reißt, mag ja moderner
sein, schöner ist sie aber bestimmt nicht.

Ducati Monster 1100


Der Motor ist alt - aber gut.


Aus diesem Grund wirkt
auch die aktuelle Ducati Monster 1100 Evo so frisch wie am ersten Tag,
zum 20-jährigen Jubiläum bekommt sie sogar einen goldfarbenen Rahmen und
Vintage-Schriftzüge am Tank – ganz auf Retro. Liest man nur das
Datenblatt, könnte man auch meinen, das ganze Motorrad ist nicht mehr
ganz taufrisch. Denn das Herz der neuesten Monster 1100 Evo ist nach wie
vor der luftgekühlte V-Zweizylinder mit nur zwei Ventilen pro Zylinder,
der mit 100 PS bei 7500 Touren zwar nicht schwachbrüstig ist, gegen die
direkten Konkurrenten mit mindestens 20 PS mehr aber keine Chance hat.
Am Papier wohlgemerkt, im Fahrbetrieb ist die 1100er Monster nämlich
eine absolute Wucht.

Ducati Monster 1100






Ducati Monster 1100 Evo 20th Anniversary Bildergalerie (35 Bilder) - hier klicken!



Ich war restlos
überrascht, wie angenehm und gut sich dieses Motorrad nach wie vor
fährt. Der Motor mag zwar alt sein, schlecht ist er aber bei Gott nicht.
Leistung steht bereits im untersten Drehzahlbereich ausreichend zur
Verfügung und das Monster lässt sich ohne mucken und zicken einerseits
ganz sanft, andererseits auch mit Nachdruck hoch drehen. Das
Drehmomentmaximum von 103 Newtonmeter liegt bei 6000 Umdrehungen an,
aber sowohl davor als auch danach steht immer ordentlich Schmalz zur
Verfügung. Damit gewinnt schon alleine das Triebwerk die Herzen der
Fans, nicht zuletzt wegen des herrlich bollernden Sounds aus den beiden
rechtsseitig verlegten Endtöpfen. Über deren Optik teilen sich die
Meinungen, mir persönlich gefallen auch die beidseitig hochgezogenen
Töpfe der Vorgängerin in Stanitzel-Form besser, von hässlich ist aber
auch die aktuelle Lösung weit entfernt und erinnert immerhin an die
prestigeträchtige High-Tech-Diavel.

Ducati Monster 1100

Ducati Monster 1100

Ducati Monster 1100

Die
Armaturen sind kompakt und stören die schlanke Linie nicht. Sie sind
aber auch so schlecht ablwsbar, dass sie eigentlich völlig entbehrlich
sind.

Sogar
die "hässliche" Seite der Einarmschwinge sieht schlank und filigran aus
- da ist kein Gramm Fett zuviel an der 1100er-Monster.

Ducati Monster 1100

An der Grundform der Monster hat sich seit 20 Jahren nichts wesentliches
geändert, die 20th Anniversary-Edition zitiert das erste Modell mit
goldenem Rahmen und Retro-Schriftzügen.




Modernste Technologien auf der minimalistischen Monster.





Ganz ohne moderne Zutaten muss die Monster
1100 Evo aber ohnehin nicht auskommen, das Evo im Namen brachte ein
erweitertes ”Ducati Safety Pack” mit sich, das neben einem ABS auch eine
vierstufige Traktionskontrolle beinhaltet – dank der gut
kontrollierbaren Leistungsentfaltung des Motors eher als
Sicherheitsfeature bei Nässe und schlechtem Untergrund zu betrachten.
Sehr hilfreich für einen flüssigen Fahrbetrieb ist auch die serienmäßige
Anti-Hopping-Kupplung, wobei natürlich die herrliche Ergonomie und die
stabile Auslegung des Fahrwerks einen noch größeren Anteil an diesem
hohen Spaßfaktor haben.



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Ducati Monster 1100

Sowohl die voll verstellbare 43-Millimeter-Upside-Down-Gabel von Marzocchi als auch das, in Zug- und
Druckstufe justierbare hintere Federbein sind sportlich straff ausgelegt
und passen bestens zu der Sitzposition, die fast schon eher an eine
Supermoto erinnert, so weit vorne und Vorderrad-orientiert sitzt man auf
der Monster. Damit ist die Monster 1100 Evo an Handlichkeit kaum zu
übertreffen, wildert ungeniert im großen Supermoto-Segment und stellt
eine Vielzahl an Konkurrentinnen aus dem Naked Bike-Segment eiskalt in
den Schatten.


Einzig die spürbaren Lastwechselreaktionen
im Antrieb trüben das ansonsten so perfekte Bild des sportlichen
Spaßgeräts ein wenig, hält man die Monster 1100 Evo aber ständig auf Zug
– wie sie es ja eigentlich auch ständig fordert – löst sich dieses
Problem von selbst und einem höllisch spaßigen Ritt steht nichts mehr im
Weg. Auch nicht die Bremsanlage, 320er-Scheiben kombiniert mit radial
montierten Vierkolbenzangen von Brembo stehen nicht nur für höchste
Qualität sondern auch für gute Dosierbarkeit und brachiale Verzögerung,
wenn es darauf ankommt.


Ducati Monster 1100

Ducati Monster 1100

Das Fahrwerk ist sportlich straff, wie es zu einem agilen Naked Bike
eben gut passt.




FAZIT

Wer also auf der Suche nach einem potenten und sehr handlichen Naked
Bike ist und nicht allzu viel auf die Daten im Prospekt gibt, ist bei
der Ducati Monster 1100 Evo vollkommen richtig. Wer auch noch auf die,
seit 20 Jahren nahezu unveränderte Form der Monster steht und Sinn für
den Retro-Stil hat ist mit der limitierten 20th Anniversary-Edition samt
Vintage-Schriftzug und gold lackiertem Rahmen im wahrsten Sinne des
Wortes goldrichtig. Ganz beiläufig sollten alle Fans des mittlerweile
einzigartigen luftgekühlten Zweiventil-Triebwerks noch schnell
zuschlagen, dass dieses Monument des Motorenbaus so wie bei der
Hypermotard in naher Zukunft durch einen modernen, wassergekühlten
Vierventil-Motor ersetzt wird, ist wohl der Inbegriff der traurigen
Wahrheit.

Ducati Monster 1100
 

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Ducati Monster 1100
 

kot
Kots Meinung:
Die Monster 1100 Evo hat mich bereits beim Aufstieg zum Ätna begleitet,
deshalb war mir klar, dass sie auch in den Alpen nicht die schlechteste
Wahl sein würde. Auf der Monster sitzt man nicht nur relativ niedrig
(Sitzhöhe 810 mm), sondern auch sehr vorderradorientiert. Beim Blick
über den breiten Lenker sieht man nur einen Teil der zwischen den
Gabelholmen steckenden Scheinwerfereinheit, der Anblick erinnert eher an
eine Supermoto. Den Punch einer KTM Super Duke oder Aprilia Tuono kann
sie zwar nicht liefern, aber 100 PS bei unter 200 Kilo vollgetankt
lassen keine Langeweile aufkommen und meistern jeden steilen Anstieg mit
Elastizität und Elan. Mit dem luftgekühlten 1078 Kubik V2 ist die
Monster 1100 ein ganz besonderes Exemplar unter den sportlichen Naked
Bikes und das spürt man beim Fahren. Zum zwanzigjährigen Jubiläum
gestaltet Ducati die 1100er zudem im Stil der M900 von 1993, erkennbar
an einigen Logos und Schriftzügen, der Sitzbank, den Spiegeln sowie am
Design im Allgemeinen. Gold-, bronze- und champagnerfarbene Details
verleihen der Anniversary Edition einen edlen Touch. Mit dem Ducati
Safety Pack (ABS und 4-stufige Traktionskontrolle) ist man noch sicherer
unterwegs, beim Anbremsen kann man sich auf Brembos und eine
Anti-Hopping-Kupplung verlassen. Die Monster muss man aber ein bisschen
laufen lassen, um wirklich glücklich damit zu werden. Sie ist die
moderne Definition klassisch-eleganter Sportlichkeit.




Nasty Nils´ Meinung:
Die Ducati Monster 1100 Evo ist ein echter Klassiker. Zumindest was den
Auftritt und die Anmutung betrifft. In Sachen Fahrleistungen und Technik
ist die Duc ”state-of-the-Art”. Im Sattel der Ducati spürt man sofort,
dass man nicht viel Motorrad braucht um glücklich zu sein. Keine
Verkleidung, sehr kompakte Sitzpostion, null Firlefanz. Hier bist Du mit
dem Motorrad und den zwei Rädern komplett alleine. Die 1100er Evo ist
für eine Ausfahrt in den Bergen gerade perfekt motorisiert. Drehmoment,
Ansprechverhalten, Spitzenleistung – eine echte Fahrmaschine wo einem
nix abgeht. Fahrwerk und Bremserei passen hier ebenfalls gut zu dem
radikal einfachen aber super funktionierendem Fahrzeug. Die Ducati ist
in der 1100er Evo Variante anders als die kleineren Monster Modelle eher
was für Könner, die lassen es dann aber richtig krachen. Denn sie fährt
radikal handlich in den Scheitel, ist hyperagil und der Motor liefert
immer enormes Drehmoment an den Hinterreifen. Man fährt mit ihr nicht
ganz so entspannt wie mit der Speed Triple aber vor allem dann wenn es
eng ist spürbar schneller.


Ducati Monster 1100



Vaulis Meinung:
Ich hätte es so nicht erwartet aber im engen Winkelwerk der Tiroler
Passstraßen ist die Ducati Monster 1100 Evo meine absolute Favoritin.
Unglaublich, wie agil, handlich und präzise sich die fesche Italienerin
bewegen lässt. Vor allem die Sitzposition erinnert eher an eine
Supermoto als an ein Naked Bike, nach der Triumph Speed Triple glaubt
man direkt über dem Vorderrad zu sitzen, so frontlastig ist die
Sitzposition. Der ”alte” Motor der Monster fügt sich dabei herrlich in
diese agile, sportliche Auslegung ein, woran man wieder mal merkt, dass
100 gepflegte PS manchmal mehr wert sind als zickige 150 PS. Und auch
das Fahrwerk funktioniert einfach spitzenmäßig, die Brembo-Bremsen
sowieso. Bleiben als kleine Kritikpunkte die sehr schlecht ablesbaren
Armaturen und die spürbaren Lastwechsel-Reaktionen beim Gaszudrehen.
Insgesamt ist die Monster 1100 aber nicht zuletzt wegen ihrer
klassischen und unverkennbaren Optik ein einzigartiges, edles Naked Bike.
Schade nur, dass dem kraftvollen, luftgekühlten Zweiventil-Motor wohl
schon bald die letzte Stunde schlägt, die große Hypermotard wurde ja
bereits auf ein moderneres Triebwerk umgestellt.

 

Ducati Monster 1100


Interessante Links:


Text: Vauli


Fotos:
Kukla

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Mit der Ducati Monster 1100 EVO testete die 1000PS Redaktion in den Alpen. Das superhandliche Edel-Nakedbike besticht immer noch durch die "Monster-typischen" Eigenschaften. Handling JA, Radikal NEIN, viel Drehmoment aus dem Keller. Herrliches Motorrad.

Techniche Daten nachlesen: http://www.1000ps.de/motorraeder-DUCATI_Monster_1100_Evo-5-4530

Testbericht auf 1000ps lesen: http://www.1000ps.at/testbericht-2357766-Ducati_Monster_1100