Bridgestone Highlights 2011 - 1000PS TV

Views: 13.602
Dauer: 00:01:33
Online seit: 06.04.2011

Testbericht

Bridgestone R10

Bridgestone R10

Intensivtest des neuen Bridgestone Rennreifens R10 bei KTM TNT in Mugello. 300 km/h.

Intensivtest des neuen Bridgestone Rennreifens R10 bei KTM TNT in Mugello. 300 km/h.






































































































































Kurvenfahren zu dem Zweck, zur Start-Ziel-Geraden zu
kommen.


 


Bridgestone R10



Ein Reifen wie mit dem Samuraischwert geformt. Mit
Bridgestone und Banzai im Highspeed-Himmel.


 

299. Die Zahl erinnert mich momentan an die Heimat. Obwohl 850 Kilometer
von zu Hause entfernt, fühle ich mich gerade ganz daheim. Im Sattel
eines österreichischen Motorrads, in den Handschuhen eines
österreichischen Herstellers und im Geschwindigkeitsbereich einer
österreichischen Rennstrecke. Ja, die teuflische Zahl 299 lenkt meine
Gedanken unweigerlich auf die Gegengerade am Salzburgring. Auch hier in
Mugello sollte ich jetzt dem Lenker einen leichten Impuls geben, damit
das Mensch-Maschine Geschoß ein paar Grad nach links abbiegt. Und auch
hier brauche ich von der Durchschnittsgröße abweichende Eier, um am Gas
zu bleiben. Vor dem Linksknick, der nach dem Bergaufstück im letzten
Viertel der Start-Ziel Geraden wie aus einem Wurmloch heraus auf ein
weites Plateau – den Bremszonenhorizont – führt, und somit auf der
Gefahrenskala eines beruflich bedingten Hobbyracersimulanten als Hügel
eingestuft werden muss, schaue ich jede Runde auf den Tacho. 299. Eine
höhere Zahl ist an dieser Stelle nicht vorgesehen. Endgame. Wahnsinnige
Geschwindigkeit.



299 vor dem Bremszonenhorizont.




Der Blick auf das Display in dieser Phase sollte sehr schnell erfolgen.
(Sie haben ihn übrigens gerade verpasst.) Kurz auf Pause. Mein Blick ist
wieder nach vorne gerichtet, das Motorrad fertig eingenordet. Während
das emotionale Zentrum die Ausschüttung eines Endorphin-Achterls
vorbereitet, versucht der hochkonzentrierte Denkapparat die
Aufmerksamkeit der Motorik auf die Zukunft zu lenken, die in 200 Metern
stattfinden wird. (Wir lassen das Band Bild für Bild weiterlaufen.)
Geschwindigkeit des Fahrzeugs unverändert 299.
Bild…Bild…Bild…BMW…Bild…Bild... Links von mir hat es gerade Zoom
gemacht. Wie kürzlich der Vergleich mit der ZX-10R gezeigt hat, ist die
BMW S 1000 RR in Sachen Leistung nach wie vor und mit deutlichem Abstand
das Maß der Dinge. Daran kann auch meine RC8-R nichts ändern.




Die Faust von Ali gegen die
Handkante von Bruce.




Aber Mugello ist im Gegensatz zum Salzburgring einer richtigen
Rennstrecke ähnlicher als einem Highspeed-Oval und deshalb werte ich die
soeben erlittene Niederlage als reinen Akt der Höflichkeit meinerseits,
denn wenn das Motorrad des Herren, den ich nicht kenne, der aber
trotzdem mein Feind ist, schon 193 PS hat, dann soll er schließlich auch
was davon haben. Also bitte mein Herr, die erste Kurve ist ihre. Schön
gemacht. Nach einer sehr kurzen Beschleunigungsphase wechselt die
Strecke ihr Gesicht und in einer engmaschigen Links-Rechts-Kombi erkennt
man den Unterschied zwischen Handling und hantig. Den Trumpf habe ich in
den Karten, spiele ihn aber noch nicht aus. Hier agiert die BMW wie die
perfekt geführte Faust von Ali, die KTM wie die messerscharfe Handkante
von Meister Bruce.

Der Vorgang wiederholt sich seltsamerweise im nächsten Teilstück. Der
Vorbeigelassene zeigt sichtlich Einsatz. Probleme, mein Lieber?! Er muss
es nur sagen! Das Besteck ist poliert, die Hände auf dem Tisch und das
Haupt in freudiger Erwartung in die Höhe gereckt. Soll ich die Serviette
auf die Oberschenkel legen, oder – wie es sich eigentlich nicht mehr
geziemt – in den Hemdkragen stecken? Könnte schließlich ein ziemliches
Massaker werden. Die Kurveneingänge gehören alle mir, ich finde nur
keinen Weg aus dem Würgegriff im Scheitel, ein Risiko will hier niemand
eingehen, die Disziplin ist hoch, die Professionalität am Streckenrand
ebenso.





Irgendwann richte ich ihn mir dann so her, dass ich innen vorbeigehen
und trotz engerem Radius voll raushämmern kann. Genau das ist das
richtige Wort für diesen kraftvollen und dennoch herrlich harmonischen
Motor. Ich habe heute keinen Fehler gemacht, den mir der V2 nicht
verziehen hätte.

Ich wünschte, ich hätte dem Bayrischen seinen Fehler
auch verziehen, aber heute hat der sündenvolle Siegeswille über den
christlichen "Die Letzten werden die Ersten sein"-Zinnober gesiegt wie der
oberösterreichische V2 über den
bayrischen R4. Klappe, sechster Turn zu Ende. 2 Stunden
Fahrzeit. Wir werden noch drei Turns fahren an diesem Tag und hätten
somit 240 Minuten auf dieser geputzten und gestriegelten Rennstrecke
abgefeuert.



Testfuhrpark bei KTM TNT Events. Bei
140 Teilnehmern musste man die Anmeldung zudrehen.




Kein Fehler, den der V2 nicht
verziehen hätte.




Der Reifen: Bridgestone R10. Der bereits im Februar auf der Linzer
Messer gezeigte Supersportreifen einer neuen Bridgestone-Generation mit
neuer Nomenklatur, hat mit seinem außergewöhnlichen Profil im Vorfeld
viel Aufsehen erregt. Die neuartigen 3D-Profilrillen sehen aus wie mit dem Kurzschwert
aus dem Gummi geschlagen.

Auf den ersten Blick nicht harmonisch, nicht
präzise. Ein Werk roher, nicht kanalisierter und damit sinnloser Gewalt.
Wie der Test auf der gnadenlos unparteiischen Rennstrecke von Mugello
gezeigt hat, teilt der Reifen aber sehr gezielt Watschen aus. Dieser
Ring ist recht harmonisch gezogen und verlangt von einem Fahrer nicht
viel Zeit, um sich auf ihn einzustellen. (Oder ich bin einfach schon so
gut.)





Vergessen, dass Mensch und Motorrad
trennbar sind.




Wesentlich stärker gefordert
ist das Material, das mit der Routine des Fahrers immer härteren
Belastungen aus-gesetzt ist, während man selbst einen gleichmäßigen
Rhythmus finden kann, der einen konsequent nach vorne schiebt. Die
Gedanken verlieren sich nicht auf der Strecke, sie konzentrieren sich.
Das ist der Punkt, an dem man beginnt zu vergessen, dass Mensch und
Motorrad zwei trennbare Objekte sind. Unser Runner’s High. Und ab diesem
Moment verlangt man mit fast unverschämter Selbstverständlichkeit, dass
alles perfekt funktioniert, auch wenn man in Wirklichkeit selbst das
schwächste Glied in der Kette ist und das perfekte Funktionieren von den
eigenen, beschränkten Fähigkeiten abhängig ist. Ein komischer Gedanke.
Alles am und ums Motorrad funktioniert besser als ich, aber auch
irgendwie immer nur so gut wie ich.


Schwestern, nicht nur im Geiste. Die Superduke vereint
wie die RC8-R kompromisslose Härte mit harmonischer Ausgewogenheit.


 

Am Ende des Tages ist der in enger Zusammenarbeit mit Valentino Rossi
entwickelte Reifen immer noch besser drauf als ich. 3 Stunden Fahrzeit
bei 25 Grad in der Sonne und unter dem Druck von 180 PS entsprechen
locker der Belastung an einem gesamten Speed Weekend. Gefahren wurden 4
Turns zu je 40 Minuten. Der letzte Turn wurde aus gesundheitlichen
Gründen nach 20 Minuten abgebrochen. Wir waren einfach schon
überfordert. Der Reifen nicht.










































Dimensionen und Mischungen Bridgestone
R10

Vorderrad


Hinterrad



Größe



Mischung



Größe



Mischung



120/70ZR17M/C (58W)


Medium

TYPE 3



180/55ZR17M/C (73W)


Medium-Hart

TYPE 2


 

 

Medium

TYPE 3


 

 


190/55ZR17M/C (75W)

Medium-Hart

TYPE 2


 

 

Medium

TYPE 3



R10 Test bei KTM TNT






Bridgestone News 2011







Interessante Links::

Text: kot

Fotos:
Bridgestone


Weiterlesen...

Bridgestone stellt seinen neuen BT 16 Pro und den R10 vor.
BT 016 Pro mit mehr Laufleistund und was noch wichtiger ist mehr Grip.
R10 wird im Suzuki Cup aufgezogen und ist ein Highlight !